Von Kopf bis Fuß auf Bio eingestellt

kloster-am-spitz-wein-weinzierl

Kloster am Spitz

Er nennt es liebevoll sein Baumhaus. Es ist seine Kommandozentrale, sein bevorzugter Zufluchtsort. Dort hat er die besten Ideen, von dort genießt er den freien Blick in die Natur.
Das Weingut von Thomas Schwarz ist eine einzige Idylle: Modern gestaltet, mit viel Holz und riesigen Glaswänden. Im Winter, wenn die Bäume nur wenige Blätter tragen, sieht er in der Ferne sogar ein kleines Stück des Neusiedlersees. Im Sommer hingegen ist er von Grün umgeben. Dann ist es wirklich ein Baumhaus – inmitten einer malerischen Anhöhe, direkt über der burgenländischen Stadt Purbach gelegen. Thomas Schwarz ist einer jener jungen Winzer, die in vielerlei Hinsicht andere Wege gehen. Bereits im Jahr 2005 hat er begonnen auf organisch-biologische Arbeitsweise umzustellen. Eine Reise, zurück zum Wesentlichen im Weinbau. Eine Rückbesinnung zur Natur.

So sind es auch keine all zu modischen Weine, die Schwarz erzeugt. Keine Barrique- dominierten Kraft-Pakete oder gefällige Schmeichler, sondern Weine, die sich durch ihre klare, frische Frucht und ungeschminkte Mineralität auszeichnen. Finesse und Terroir-Ausdruck sind im wichtiger als beliebiger und verkaufsorientierter Mainstreamgeschmack. 2005 übernahm Thomas Schwarz das Weingut von seinen Eltern. Doch schon Jahre davor arbeitete er selbstständig im Keller und entwickelte als Winzer sukzessive im Weinbau seine eigene Handschrift. Dafür erhielt er von der Fachpresse bereits 2001 große Anerkennung. Ein wichtiger Motivationsschub, der auch die wachsende Gewissheit mit sich brachte, alte Sichtweisen über Bord werfen zu wollen. Deshalb reduzierte er Jahr für Jahr die Anzahl der Barrique-Fässer und kaufte große und nur leicht getoastete 500l-Eichenholzfässer.
In diesen Gebinden erzielt Schwarz aus seiner Sicht wesentlich stimmigere Ergebnisse.Wenn das Traubenmaterial gesund und gut ausgereift ist, geht es auch ohne viel Holz,
lautet seine Devise.

Er setzt auf lange Reifezeiten und nutzt geschickt die Vorteile des Mikroklimas in dieser Region. So sind die Lagen südöstlich vom Leithaberg von den kalten Nordwinden geschützt und vom feucht-warmen pannonischen Klima begünstigt. Gleichzeitig liegen sie im Schatten der nahen Wälder und sind so vor extremer Hitze behütet. Die Trauben können daher langsam reifen und erreichen weniger hohe Zuckerwerte als die wichtigere physiologische Reife. Auf diese Weise behalten die Weine eine kühle, elegante Stilistik und müssen im Keller nicht künstlich reduktiv ausgebaut werden. Schwarz lässt sie stattdessen in offenen Bottichen vergären und arbeitet mit langen Maischestandzeiten.